Wenn der Frühling verstummt: Wiesenvögel im Tunneltal schützen

 

Foto: Michael Kukulenz

Unsichtbare Nester auf dem Boden

Wer an Vogelnester denkt, hat meist kunstvoll gebaute Nester in Bäumen, Sträuchern oder Hecken vor Augen. Doch einige Vogelarten gehen einen anderen Weg: Sie brüten am Boden, gut getarnt in flachen Mulden und nahezu unsichtbar für potentielle Feinde.

Auch die Feuchtwiesen im Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal waren einst ein bedeutender Lebensraum für solche Bodenbrüter. Arten wie Kiebitz, Bekassine, Feldlerche und Wachtelkönig prägten über Generationen das Landschaftsbild.

Vor allem Kiebitz und Feldlerche galten als verlässliche Frühlingsboten. Der akrobatische „Gaukelflug“ der Kiebitze und der virtuose und scheinbar endlose Gesang der hoch am Himmel stehenden Feldlerchen machten den Frühling im Tunneltal zu einem besonderen Naturerlebnis.

Doch seit den 1980er Jahren sind die Bestände der Wiesenvögel dramatisch zurückgegangen. Auch im Tunneltal sind sie heute kaum noch anzutreffen. Ursachen sind unter anderem die intensive Landwirtschaft sowie der Rückgang der Insekten als Nahrungsgrundlage.

Der Mensch als Störfaktor

Hinzu kommt ein weiterer, oft unterschätzter Faktor: Störungen durch den Menschen. Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie freilaufende Hunde betreten immer wieder die sensiblen Wiesen im Tunneltal. Die Bodenbrüter reagieren sehr empfindlich auf jede Störung und geben schließlich das Brutgebiet auf. Traditionelle Brutplätzte, die oft über Jahrhunderte genutzt wurden, werden aufgegeben.

Appell an alle Besucherinnen und Besucher

  • Bitte bleiben Sie auf den Wegen und führen Sie Ihre Hunde im Naturschutzgebiet konsequent an der Leine!
  • Bitte halten Sie sich von den Tunneltalwiesen fern! Dies gilt auch für landwirtschaftlich genutzte Wiesen wie dem großen Stellmoorhügel am Fliegerweg, der direkt an die Siedlung Am Hagen grenzt.

Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass die gefiederten Frühlingsboten eines Tages ins Tunneltal zurückkehren.

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