Kategorie: S 4 Bahnprojekt

Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für Fehmarnbelttunnel

Quelle: Pixabay

Was das Urteil über die Fehmarnbeltquerung mit der S4 und dem Tunneltal zu tun hat

Es ist eines der größten Infrastrukturprojekte Europas – und zugleich eines der umstrittendsten: die feste Fehmarnbeltquerung.

Sie soll Fehmarn mit Dänemark über einen Senktunnel miteinander verbinden.

Für die einen ein Meilenstein, um die Wirtschaft besser zu vernetzen und für die anderen eine der größten Umweltsünden im Ostseeraum. Der jahrzehntelange Streit landete vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, welches heute schließlich grünes Licht für das Bauprojekt gab.

Mit der umstrittenen Beltquerung wird aber nicht nur der Lebensraum Ostsee gefährdet. Auch der Aus- und Neubau der sogenannten Hinterlandanbindung bringt viele Probleme mit sich, für die Naturschutzgebiete zerschnitten und Anwohner enteignet werden müssen.

Transeuropäische Schienengüterverkehrstrasse verläuft mitten durchs Tunneltal und Ahrensburg und wird mit dem Ausbau der S4 beworben!

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Biodiversitätsforscher als prominenter Fürsprecher für das Tunneltal

Quelle: Cenak Hamburg

Er ist Gründungsdirektor des Centrums für Naturkunde in Hamburg, vielzitierter Artenschützer, Wissenschaftsjournalist – und Buchautor. Vor ein paar Monaten landete er mit seinem Buch „Das Ende der Evolution – der Mensch und die Vernichtung der Arten auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Professor Matthias Glaubrecht setzt sich als Biodiversitätsforscher für ein klar definiertes Artenschutzziel ein. Erst kürzlich veröffentlichte er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen sehr denkwürdigen Artikel mit dem Titel „Die Arithmetik des Artentods“ zum menschengemachten Artensterben. Hier zum Artikel

„Die EU Kommission hatte sich in ihrer Biodiversitätsstrategie die Unterschutzstellung von 30% der Landflächen Europas bis 2030 als Ziel gesetzt.

„Dieses 30:30 Ziel für den Artenschutz muss sich in den Köpfen genauso etablieren wie das bekannte 2-Grad Ziel in der Klimadiskussion.“, so sein dringender Appell.

„Wenn wir es nicht schaffen, die Naturschutzgebiete vor der eigenen Haustür zu schützen, dann schaffen wir es nirgendwo und das 30:30 Ziel für den Artenschutz bleibt nichts weiter als eine reine Absichtserklärung.“ sagt Glaubrecht in Hinblick auf das Bauvorhaben im Tunneltal.

Wir danken Professor Glaubrecht für seine Unterstützung!

Beitrag im Schleswig-Holstein Magazin

Gestern erschien der Beitrag im Schleswig-Holstein Magazin zum geplanten Gleisausbau im Tunneltal. Vielen Dank an die Redaktion des NDR und das freundliche Filmteam!

Leider sind einige Statements von Professor Glaubrecht dem Schnitt zum Opfer gefallen, was sich bei 3 Minuten Berichten oft nicht verhindern lässt.

Durch den Schnitt und eine missverständliche Einleitung entstand leider auch der Eindruck, dass wir die S4 verhindern wollen.

Dem ist natürlich nicht so!

Wir wollen den Ausbau der transeuropäischen Schienengüterverkehrstrasse durch dichtbesiedelte Wohngebiete, ein europäisches Naturschutzgebiet und eine international bedeutende Fundstätte verhindern!

Wir appellieren an die Politik:  Bitte prüfen Sie eine Alternativtrasse für den transeuropäischen Güterverkehr!

 

NDR Fernsehen zu Gast im Tunneltal

Das Tunneltal zeigt sich von seiner schönsten Seite, als das Filmteam vom NDR Schleswig-Holstein Magazin am Bahnübergang „Brauner Hirsch“ eintrifft.

Nachdem Professor Glaubrecht, Direktor des Centrums für Naturkunde Hamburg und prominenter Artenschützer, bereits für das Hamburger Abendblatt als Interviewpartner zur Verfügung stand, hat er sich diesmal erneut bereit erklärt, als Fürsprecher für das Tunneltal einzutreten.

Glaubrecht steht oft vor der Kamera und wird gern als Artenschützer in den Medien zitiert. Jeder Satz ist geschliffen ausformuliert und sitzt!

Auch diesmal findet er wieder deutliche Worte: „Die geplanten Lärmschutzwände werden das Gebiet in zwei Teile zerschneiden und die wichtigen Wanderbewegungen von Tierarten unterbinden. Dadurch werden die Natura-2000 Bemühungen, die Naturschutzgebiete miteinander vernetzen sollen, zunichte gemacht.“

Außerdem erinnert er daran, dass sich die EU Kommission die Schaffung von Schutzzonen auf mindestens 30% der Landflächen Europas bis 2030 zum Ziel gesetzt hatte, um den Rückgang der Artenvielfalt aufzuhalten. Von diesem 30:30 Ziel sind wir noch meilenweit entfernt! 

„Das Ahrensburger Tunneltal ist ein Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet und genießt damit den höchsten Schutzstatus auf europäischer Ebene. Wenn wir es nicht vor der eigenen Haustür schaffen, unsere Naturschutzgebiete unangetastet zu lassen und die Artenvielfalt zu schützen, verlieren wir im Rest der Welt unsere Glaubwürdigkeit.“

Er fordert die Politik daher auf, eine Alternativtrasse für den Schienengüterverkehr außerhalb sensibler Gebiete zu prüfen.

Mahnende Worte und ein klarer Appell an unsere Politiker!

Zum Ende des Drehs darf ich noch ein paar Fundstücke aus dem Tunneltal präsentieren und auf die Bedeutung des Tunneltals als archäologische Fundstätte hinweisen.

Wir sind schon sehr auf den Beitrag gespannt.

S4: Das trojanische Pferd der Deutschen Bahn

Eine Pressartikel von Svenja Furken:

Quelle: DB Engineering & Consulting GmbH

Wie das Ahrensburger Tunneltal mit einem falschen Versprechen dem transeuropäischen Güterverkehr geopfert werden soll.

Durch die Entdeckung zweier steinzeitlicher Rentierjägerkulturen in den 1930er Jahren, wurde das Ahrensburger Tunneltal schlagartig zu einem international bedeutenden archäologischen Fundort.

Die Steinzeitkulturen, die am Ende der letzten Eiszeit dort lebten, sind gut dreimal so alt wie die berühmten Pyramiden von Gizeh oder das legendäre Stonehenge und hinterließen im Ahrensburger Tunneltal spektakuläre Fundstücke, wie den Stab von Poggenwisch (eines der ältesten Kunstobjekte Nordeuropas) – und die weltweilt ältesten Pfeile der Menschheitsgeschichte!

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Eisenbahnbundesamt gibt grünes Licht für Bauprojekt

26. August 2020: Das Eisenbahnbundesamt gibt Grünes Licht für den ersten Bauabschnitt.

Die Deutsche Bahn betitelt den Startschuss auf ihrer eigens eingerichteteten Website: S-Bahn-4.de mit den Worten „Meilenstein für die S4. Baustart noch dieses Jahr“.

Auch Andreas Scheuer wird zitiert. Dieser erwähnt neben dem Loblied auf das S4 Projekt auch, dass mit dem Bauprojekt zugleich „mehr Platz für den Fern- und Güterverkehr geschaffen werde“.

Anwohner und Naturschützer sind alarmiert.