Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 5. Februar 2019

Die IG Tunneltal und der Verein Jordsand fordern: Transeuropäischer Schienengüterverkehr darf nicht durchs Tunneltal rollen!

Offiziell wirbt die Deutsche Bahn mit einer Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs durch den Neubau der S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe. Dazu sollen bis zu zwei neue Gleise westlich entlang der bestehenden Strecke gebaut werden. Doch hinter dem angepriesenen Neubau der S4 verbirgt sich eines der größten Infrastrukturprojekte Europas, nämlich der Ausbau der Schienenanbindung an den geplanten Fehmarnbelt-Tunnel nach Skandinavien. „Der öffentliche Personennahverkehr bekommt neue Gleise, um Platz für den transeuropäischen Schienengüterverkehr zu machen! Bis zu 78 Güterzüge oder mehr würden dann Tag und Nacht durch das Tunneltal und unsere Stadt rollen. Die Auswirkungen auf das Tunneltal werden dramatisch sein.“ befürchtet Svenja Furken von der IG Tunneltal.

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Pressemitteilung vom 1. Oktober 2018

Wird das Ahrensburger Tunneltal UNESCO Welterbe?

Ein Jahr ist es her, dass die Interessensgemeinschaft (IG) Tunneltal die Stadt Ahrensburg aufforderte, das Ahrensburger Tunneltal als potentielles UNESCO Welterbe wahrzunehmen. Immerhin gehört „das Ahrensburger Tunneltal zu den bedeutendsten Forschungsregionen altsteinzeitlicher Archäologie des nördlichen Europas“, wie die Archäologen Ingo Clausen und Anette Guldin in den „Archäologischen Nachrichten Schleswig-Holstein 2016“ berichten.

Ist unser Tunneltal wirklich so bedeutsam und könnte es ein UNESCO Welterbe werden? 

Um diese Frage zu beantworten, wurde eigens der neue Amtsleiter des archäologischen Landesamtes, Dr. Ulf Ickerodt, zur Sitzung des Bildungs-, Kultur- und Sportausschusses (BKSA) am 27.09.2018 eingeladen. Und ja, er ist der Überzeugung, dass „das Ahrensburger Tunneltal grundsätzlich die Voraussetzungen für ein Welterbeantrag erfüllt.“ Dass ein Welterbeantrag zum jetzigen Zeitpunkt allerdings wenig Aussicht auf Erfolg hätte, begründet er damit, dass die UNESCO derzeit weniger europäische Stätten nominiert. Gerade Deutschland hat in der Vergangenheit zu viele Stätten gemeldet. Pech für Ahrensburg. 

Dennoch ermuntert Dr. Ickerodt die Stadt, „den Weg zum UNESCO Welterbe als Ziel zu sehen“ und zunächst eine regional orientierte Inwertsetzung des Tunneltals durch Bildungsangebote und Projekte umzusetzen. „Durch Vermittlung wird Heimat zu einem nachwachsenden Rohstoff“ erklärt er und stellt sein Konzept des sogenannten „Regio-Brandings“ vor. Mit Regio-Branding soll die Grundlage geschaffen werden, um die Identifikation der Bürger mit ihrer Region und Kulturlandschaft zu stärken.

Auch die IG Tunneltal, vertreten durch Svenja Furken, bekam auf der Sitzung des BKSA die Gelegenheit, ihre Beweggründe für die UNESCO Forderung zu erläutern. „Unsere Leidenschaft für das Tunneltal, hat uns zu der Eingabe bei der Einwohnerversammlung bewogen. Wir wollten die Ahrensburger wachrütteln und auf die Einmaligkeit des Tunneltals hinweisen. Das Ahrensburger Tunneltal ist eines der letzten Gebiete Nordeuropas, in dem die Spuren der letzten Eiszeit nahezu unzerstört erhalten geblieben ist. Und schließlich ist sogar eine Kulturgruppe, nämlich die „Ahrensburger Kultur“ (ca. 12.000 Jahre vor heute) nach Ahrensburg benannt worden. Darauf sollten wir stolz sein.“, so Svenja Furken.

Vor drei Jahren hat sie mit anderen Enthusiasten die IG Tunneltal gegründet. Zusammen mit dem Archäologen Kai der Graaf bietet sie seitdem Führungen und Kurse zum Thema Eiszeit und Rentierjäger an. „Die enorme Nachfrage hat uns klar gemacht, dass das Bildungsangebot derzeit nicht ausreicht.“ Nun wollen sie als nächsten Schritt die „Stiftung Tunneltal“ gründen, um so Projektanträge stellen zu können, durch die das Bildungsangebot ausgebaut und verbessert werden kann.

Eine verbesserte Beschilderung an den Wanderwegen, der Aufbau einer Website, eine Wanderausstellung, ein „fahrendes Museum“ um auch Schulen zu erreichen und irgendwann ein stationäres Museum sind die Ziele der Stiftung. Auch der Ausbau eines großen Netzwerks rund um das Tunneltal steht auf dem Plan. Bereits jetzt hat die IG Tunneltal engen Kontakt zum Verein Jordsand, zum Archäologischen Museum Hamburg und zum „Haus der Wilden Weiden“ im benachbarten Höltigbaum. „Der Höltigbaum könnte Vorbild für die Etablierung einer großen Weidelandschaft im Ahrensburger Tunneltal werden. Denn durch die Umwandlung bestehenden Ackerlandes in Grünland könnte die besondere Geologie des Tunneltals besser sichtbar gemacht werden. Gleichzeitig würden die archäologischen Fundorte besser geschützt werden, da keine mechanische Bodenbearbeitung mehr stattfinden würde.“ so Svenja Furkens Zukunftsvision.

Das Ahrensburger Tunneltal mit seiner eiszeitlichen Entstehungsgeschichte, den steinzeitlichen Rentierjägerkulturen und seiner reichhaltigen Natur hat großes Potential spannende Geschichten zu erzählen. Deshalb plant die IG Tunneltal für kommendes Jahr eine Vortragsreihe in der Stadtbücherei Ahrensburg, in der die vielen Aspekte des Ahrensburger Tunneltals durch verschiedene Fachleute vorgestellt werden.

Text: IG Tunneltal