Was ist eine Eiszeit?

Wikipedia sagt dazu:

Ein Eiszeitalter, auch Eiszeit genannt, ist ein Abschnitt der Erdgeschichte, in dem mindestens ein Pol der Erde vergletschert ist. Nach einer anderen Definition ist von einem Eiszeitalter erst dann zu reden, wenn es sowohl auf der Nordhalbkugel als auch auf der Südhalbkugel zu ausgedehnten Vergletscherungen kommt.

Nach der letztgenannten Definition befinden wir uns seit der Vergletscherung der Arktis vor ca. 2,7 Mio. Jahren in einer Eiszeit.

Leben wir gerade in einer Eiszeit?

Ja, allerdings sprechen Wissenschaftler von einem Eiszeitalter.

Eiszeitalter sind durch wechselnde Warm- und Kaltphasen geprägt. Seit gut 10.000 Jahren befinden wir uns in einer erstaunlich konstanten Warmzeit, die wissenschaftlich als Holozän bezeichnet wird.

Das Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal wurde hauptsächlich durch die letzten zwei Kaltphasen geprägt: die ältere Saale-Kaltzeit vor ca. 300.000 bis 130.000 Jahren und die jüngere Weichsel-Kaltzeit, die vor ca. 115.000 Jahren begann und vor ca. 11.6000 Jahren endete.

Die Weichsel-Kaltzeit

Wenn wir umgangssprachlich von »der Eiszeit« sprechen, so meinen wir in der Regel die letzte Kaltphase unseres Eiszeitalters, nämlich die Weichsel-Kaltzeit. Sie ist die jüngste Kaltzeit unserer Erdgeschichte und damit nicht nur am besten erforscht, sondern besonders in Schleswig-Holstein auch noch sehr gut sichtbar.

Ein mächtiger Eisschild aus Skandinavien (Fennoskandinavischer Eisschild) erstreckte sich bis ins südliche Schleswig-Holstein, über Teile Brandenburgs und Nordrusslands.

Der Eisschild war in Skandinavien bis zu 3.000 Meter stark und flachte sich nach Süden hin langsam ab, so dass er über Ahrensburg nur noch ca. 300 Meter maß. In Hamburg-Rahlstedt endete er schließlich. Das Ahrensburger Tunneltal befindet sich somit unmittelbar im Randbereich der letzten Vergletscherungsphase Nordeuropas!

Insgesamt wurde in der Weichsel-Kaltzeit so viel Wasser in Eis gebunden, dass der Meeresspiegel mehr als 100 Meter unter dem heutigen Niveau lag. Zu Fuß nach England: kein Problem!

Gleichzeitig war das Gewicht des Eises so groß, dass Teile der Erdkruste abgesenkt und in den Erdmantel gedrückt wurden. Noch heute hebt sich die Skandinavische Erdplatte wegen des fehlenden Gewichts um mehrer Millimeter im Jahr (postglaziale Landhebung).

Immer nur Winter?

 

Wie kalt war es während der Kaltphase / Eiszeit?

Bei »Eiszeit« denken die meisten Menschen an Dauerfrost, Eis und Schnee, so wie wir es von der heutigen Arktis und Antarktis kennen. Völlig falsch ist diese Vorstellung natürlich nicht, denn auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit, waren immerhin ca. 32% der Erdoberfläche mit Eis bedeckt, heute sind es nur noch ca. zehn Prozent.

Insgesamt lag die damalige Durchschnittstemperatur aber nur etwa 5 bis 6 Grad niedriger als heute! Die Menschen der Eiszeit konnten im Sommer durchaus auch mal ins Schwitzen kommen und sich bei sommerlichen 20 Grad in die Sonne legen.

 

Unsere Reise in die Steinzeit geht weiter mit den nächsten Unterpunkten: