Die Geister der eiszeitlichen Rentierjäger grüßen das Tunneltal

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Foto: Michael Kukulenz

Normalerweise sind sie nur im hohen Norden zu sehen: Nordlichter, wissenschaftlich Aurora borealis. Sie entstehen, wenn geladene Teilchen des Sonnenwinds nach starken Sonneneruptionen auf die Erdatmosphäre treffen und dort mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen reagieren. Das Ergebnis ist ein spektakuläres Leuchten am Nachthimmel.

Menschen aus aller Welt nehmen oft weite und kostspielige Reisen auf sich, um dieses Naturphänomen einmal mit eigenen Augen zu erleben. Umso größer war die Überraschung, als sich nun die seltene Gelegenheit bot, die Nordlichter direkt über dem Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal zu beobachten.

Auch für den Verein IG Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal e. V. ging damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Polarlichter über dem Tunneltal.

„Zunächst sah es so aus, als hätten wir unsere Chance verpasst“, berichtet Svenja Furken, die Geschäftsführerin des Vereins. „In der Nacht von Montag auf Dienstag war niemand von uns vorbereitet. Obwohl die Vorhersage für die darauffolgende Nacht nicht besonders vielversprechend war, machten wir uns dennoch mit einer kleinen Gruppe von Polarlicht-Enthusiasten auf den Weg.“

In der klirrend kalten Nacht wartete die Gruppe am Bahnübergang Brauner Hirsch mit Blick in das nördliche Tunneltal. Lange Zeit zeigte sich am Himmel lediglich ein blasses Leuchten am Horizont. Doch das Ausharren in der Kälte wurde schließlich belohnt, als sich spät am Abend der Horizont leicht rötlich verfärbte und wandernde Lichtstrahlen mit bloßem Auge sichtbar wurden. Viel mehr kann man in unseren Breiten kaum erwarten!

Erst auf den Fotos der Handys und Kameras zeigt sich die volle Farbenpracht des Himmelspektakels, da Foto-Sensoren viel empfindlicher sind als das menschliche Auge. „Insgesamt ein unvergessliches Erlebnis“, so das Fazit der Beteiligten.

Seit jeher faszinieren Nordlichter die Menschen. In Mythen und Legenden wurden sie als Zeichen göttlicher Mächte, als Vorboten von Unheil – oder als Glücksbringer gedeutet. An diesem Abend standen sie vor allem für eines: Staunen, Hoffnung und die Schönheit der Natur, direkt vor der eigenen Haustür.

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