Monat: März 2026

Zwischenbilanz der Straßensperrung in der Hagener Allee

Foto: Svenja Furken

Seit gut zwei Wochen ist die nächtliche Straßensperrung in der Hagener Allee auf Höhe des SSC Hagen Sportplatzes in Betrieb.

Die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Besucher des Sportplatzes reagierten überwiegend verständnisvoll auf die Maßnahme – dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken.

Seitdem wurde auf dem betroffenen Straßenabschnitt „nur noch“ ein überfahrenes Krötenweibchen gezählt. Das ist für uns ein starkes Signal: Die Sperrung wirkt und trägt ganz konkret dazu bei, Leben zu schützen.

 

Wenn der Frühling verstummt: Wiesenvögel im Tunneltal schützen

 

Foto: Michael Kukulenz

Unsichtbare Nester auf dem Boden

Wer an Vogelnester denkt, hat meist kunstvoll gebaute Nester in Bäumen, Sträuchern oder Hecken vor Augen. Doch einige Vogelarten gehen einen anderen Weg: Sie brüten am Boden, gut getarnt in flachen Mulden und nahezu unsichtbar für potentielle Feinde.

Auch die Feuchtwiesen im Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal waren einst ein bedeutender Lebensraum für solche Bodenbrüter. Arten wie Kiebitz, Bekassine, Feldlerche und Wachtelkönig prägten über Generationen das Landschaftsbild.

Vor allem Kiebitz und Feldlerche galten als verlässliche Frühlingsboten. Der akrobatische „Gaukelflug“ der Kiebitze und der virtuose und scheinbar endlose Gesang der hoch am Himmel stehenden Feldlerchen machten den Frühling im Tunneltal zu einem besonderen Naturerlebnis.

Doch seit den 1980er Jahren sind die Bestände der Wiesenvögel dramatisch zurückgegangen. Auch im Tunneltal sind sie heute kaum noch anzutreffen. Ursachen sind unter anderem die intensive Landwirtschaft sowie der Rückgang der Insekten als Nahrungsgrundlage.

Der Mensch als Störfaktor

Hinzu kommt ein weiterer, oft unterschätzter Faktor: Störungen durch den Menschen. Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie freilaufende Hunde betreten immer wieder die sensiblen Wiesen im Tunneltal. Die Bodenbrüter reagieren sehr empfindlich auf jede Störung und geben schließlich das Brutgebiet auf. Traditionelle Brutplätzte, die oft über Jahrhunderte genutzt wurden, werden aufgegeben.

Appell an alle Besucherinnen und Besucher

  • Bitte bleiben Sie auf den Wegen und führen Sie Ihre Hunde im Naturschutzgebiet konsequent an der Leine!
  • Bitte halten Sie sich von den Tunneltalwiesen fern! Dies gilt auch für landwirtschaftlich genutzte Wiesen wie dem großen Stellmoorhügel am Fliegerweg, der direkt an die Siedlung Am Hagen grenzt.

Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass die gefiederten Frühlingsboten eines Tages ins Tunneltal zurückkehren.

Wenn die Nacht zur Gefahr wird – Straßensperrung schützt Amphibien im Tunneltal

Mitglieder unseres Vereins helfen beim Abdichten des Schutzzaunes  

Wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen, beginnt im Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal ein uraltes Naturschauspiel: Kröten, Frösche und Molche machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Doch für viele endet die Wanderung tödlich – auf den Straßen.

Seit den 1980er Jahren werden daher an einigen Straßen Amphibienzäune aufgebaut, mit deren Hilfe die Tiere gefangen und in Eimern sicher über die Straßen getragen werden.

Doch nicht immer reichen mobile Schutzzäune aus. So wurden in der Straße Hagener Allee im Abschnitt zwischen Spechtweg und Brauner Hirsch in diesem Jahr zahlreiche tote und verletzte Tiere auf der Straße entdeckt.

Grund dafür sind die vielen Einfahrten, die den Zaun unterbrechen aber auch die Nähe zum Knick, der das Abdichten des Zaunes am Untergrund erschwert. Zusätzlich wird bei Regen die Zaunanlage unter Wasser gesetzt, weil das Wasser am Straßenrand nicht abläuft.

Die Untere Naturschutzbehörde reagierte darauf prompt: Die Straße wird nun nachts von 18:00 bis 7:00 Uhr gesperrt, um die Tiere während ihrer Wanderung besser zu schützen.

Um bei den Anwohnern für Verständnis für die Maßnahmebei zu werben, haben wir gestern zusammen mit der Pressestelle der Stadt Ahrensburg eine Pressemitteilung veröffentlicht: 2026-03-18 Temporäre Strassensperrung