Siegel des Grafen Johann III. von Holstein-Plön (regierte 1312/14 – 1359). Dieser gab 1326/27 die Burg Arnesvelde zugunsten der von ihm neu errichteten Burg Trittau auf. Grafik: Günther Bock
Die Burgruine Arnesvelde im Forst Hagen bei Ahrensburg liegt gewissermaßen in einem Dornröschenschlaf.
Obwohl es sich um eine der größten Burganlagen in Schleswig-Holstein handelt, ist sie bisher kaum erforscht worden – weder hinsichtlich der überlieferten Quellen, noch gar durch archäologische Untersuchungen.
Die Größe der Anlage spricht dafür, dass es sich um die Burg einer bedeutenden Herrschaft handelt. Auf einem Erkundungsgang sollen die noch erkennbaren Wehranlagen gezeigt und es soll ein Überblick über das gegeben werden, was zur Burg und ihren Besitzern bisher bekannt ist und was künftig noch geleistet werden könnte.
Termin: Donnerstag, 26. Juni 2025 um 17 Uhr
Start- und Endpunkt: Fußgängerbrücke am P+R Parkplatz „Ahrensburg West“
(neben Mc Donalds)
Dauer der Führung: ca. 1,5-2 Stunden
Kosten: gegen Spende
Auch in diesem Jahr war unser Verein wieder mit einem Infostand auf dem Ahrensburger Stadtfest vertreten. Diesmal bekamen wir Unterstützung vom ArchäoMobil des Archäologischen Museum Hamburg, das schräg gegenüber von uns aufgestellt wurde und dass das gesamte Wochenende über gut besucht wurde.
Auch wir hatten guten Zuspruch und wurden besonders oft auf auf die Filmpremiere vor einer Woche angesprochen. Großen Anklang fand wieder unser Basteltisch an dem Interessierte aller Altersgruppen- vor allem aber Familien mit Kindern- mit Steinzeit-Klingen schnitzten und Schwirrhölzer herstellten.
Wir freuen uns schon jetzt auf das Stadtfest im nächsten Jahr !
Die Premiere des Dokumentarfilms „Pfeil sucht Bogen – das Ahrensburger Steinzeitexperiment“ war ein voller Erfolg.
Über 400 Besucherinnen und Besucher füllten am Freitagabend den Alfred-Rust-Saal der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule – darunter auch der stellvertretende Bürgermeister Klaus Korte, der gemeinsam mit dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Dr. Alf Grube der IG Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal e. V. ein Grußwort sprach.
Im Mittelpunkt des Films steht der Experimentalarchäologe Harm Paulsen aus Schleswig, der fünf Jahre lang dabei begleitet wurde, wie er mit originalgetreuen Materialien einen Bogen rekonstruiert – passend zu den weltweit ältesten Pfeilschäften, die vor rund 12.000 Jahren im Ahrensburger Tunneltal verwendet wurden.
Foto: Thorben Heinz
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Jürgen Hochfeld, der auf einer selbstgebauten Steinzeitflöte spielte.
Wissenschaftliche Einführung aus Schleswig
Die Einführung zum Film übernahmen die Archäologin Dr. Mara Weber vom Museum für Archäologie Schloss Gottorf mit einem Kurzvortrag zur Ahrensburger Kultur sowie der Produzent Dr. Sönke Hartz und Hauptdarsteller Harm Paulsen selbst.
„Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, viele Menschen für diesen besonderen Fundort vor unserer Haustür zu begeistern.“
Svenja Furken, Geschäftsführerin des Vereins IG Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal e. V.
Steinzeit zum Anfassen – Vormittagsprogramm für Schulklassen
Bereits am Vormittag gab es für rund 150 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule ein Programm. Sie sahen den Film im Rahmen der schulischen Steinzeit-Projekttage und erlebten im Anschluss eine besondere Vorführung: Harm Paulsen präsentierte seine originalgetreu rekonstruierten Werkzeuge und demonstrierte live, wie in der Steinzeit Feuerstein bearbeitet und ohne moderne Hilfsmittel Feuer entfacht wurde – zur Begeisterung der Kinder.
Paulsen gilt als einer der führenden Experten für urgeschichtliche Jagdwaffen in Europa – und als der Mann, der auf über 40 Arten Feuer machen kann.
Die Mitglieder der IG Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal e. V. begleiteten die Gruppen und führten Gespräche mit Lehrkräften – mit dem Ziel, künftig jährlich im Rahmen der Projekttage zusammenzuarbeiten
Der Film „Pfeil sucht Bogen“ feiert am 6. Juni im Alfred-Rust-Saal der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule in Ahrensburg Premiere.
Im Ahrensburger Tunneltal wurden vor knapp 90 Jahren die weltweit ältesten Pfeilschäfte der Menschheitsgeschichte gefunden. Sie sind etwa 12.000 Jahre alt und konnten späteiszeitlichen Rentierjägern der „Ahrensburger Kultur“ (10.700-9600 v.Chr.) zugeordnet werden. Der Experimentalarchäologe Harm Paulsen aus Schleswig hat in einem wissenschaftlich begleiteten Experiment versucht, einen Bogen mit den damals verfügbaren Materialien nachzubauen.
Die Wiederentdeckung eines Originalpfeils war Anlass für die Projektidee
Anlass für das Experiment war die Wiederentdeckung eines Ahrensburger Originalpfeils im Jahr 2013. Alle anderen Originalpfeile aus dem Tunneltal wurden im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff auf Kiel zerstört.
Auch für die Wissenschaft ist die Wiederentdeckung des Pfeilfragments ein wahrer Lottogewinn. Denn mit modernen Analysemethoden konnte das Pfeilfragment nun zweifelsfrei der Spätphase der Ahrensburger Kultur zugeordnet werden. Auch das Rätsel um die Holzart konnte endlich gelüftet werden, nachdem die Verwendung von Kiefernholz nachgewiesen wurde.
„Nach der Entdeckung des Pfeilfragmentes war es bei uns in Schloss Gottorf immer wieder Gesprächsthema, mit Harm Paulsen einmal einen passenden Bogen zu rekonstruieren. Dass wir nun endlich dieses Projekt umsetzen konnten und es auch noch Bestandteil eines Dokumentarfilmes wurde, erfüllt mich großer Freude“, ergänzt Dr. Hartz, der das Projekt wissenschaftlich begleitet hat.
Experte für urgeschichtliche Jagdwaffen
Foto: Svenja Furken
Er ist der Mann, der im Handumdrehen Werkzeuge aus Feuerstein herstellt und auf 43 verschiedene Arten Feuer machen kann ohne ein modernes Feuerzeug zu benutzen: Harm Paulsen ist Deutschlands berühmtester Experimentalarchäologe und hat mit seinem Wissen und handwerklichen Geschick auf zahlreichen Veranstaltungen und an vielen TV Produktionen teilgenommen.
Seine größte Leidenschaft gilt der Steinzeit und allen voran den späteiszeitlichen Rentierjägerkulturen. Sie waren die ersten anatomisch modernen Menschen, die am Ende der Eiszeit den Norden Europas eroberten – und möglicherweise auch die ersten Menschen, die Pfeil und Bogen benutzten. Gerade diese uralten Pfeile haben es dem langjährigen Mitarbeiter des Museums für Archäologie Schloss Gottorf besonders angetan, Paulsen gehört zu den führenden Experten urgeschichtlicher Jagdwaffen in Nordeuropa. „Die Rekonstruktion eines Ahrensburger Bogens ist eines der letzten großen Rätsel, das ich gerne lösen wollte. Wir haben zwar die ältesten Pfeile der Menschheitsgeschichte aus Ahrensburg, was ja an sich schon ganz nett ist, aber es fehlte eben noch die entscheidende andere Hälfte: der Bogen“, sagt Harm Paulsen und ergänzt, dass er schnell eine ganz konkrete Vorstellung hatte, wie so ein Bogen ausgesehen haben könnte. „Zum einen gibt es da einige Bögen nordischer Völker, die als Anregung genutzt werden können und zum anderen gab es am Ende der letzten Eiszeit nur eine begrenzte Auswahl an verfügbaren Materialien. Außerdem konnten wir in ballistischen Untersuchungen an Rentierknochen mit Schussverletzungen, die man ebenfalls im Tunneltal gefunden hatte, auf die Eigenschaften des Bogens schließen“, so Harm Paulsen weiter.
Für die Lösung des Rätsels waren nicht nur Archäologen, sondern auch Archäobotaniker und Völkerkundler gefragt, die das Experiment beratend begleiten haben.
Mitwirkende des Filmprojekts:
Experimentalarchäologie: Harm Paulsen
Archäologie: Dr. Sönke Hartz i.R. (Museum für Archäologie Schloss Gottorf),
Dr. Mara Weber (Museum für Archäologie Schloss Gottorf)
Archäobotanik: Dr. Walter Dörfler i.R. (Christian Albrechts Universität zu Kiel)
Ethnologie: Dr. Claudia Kalka, Dr. Wulf Köpke
Produktionsleitung: Dr. Sönke Hartz und Svenja Furken
Film und Regie: Mathis Menneking
Filmmusik: Jürgen Hochfeld, 8. Jahrgang Stormarnschule Ahrensburg
Format: 29 Min. Dokumentarfilm
Drehorte: NSG Ahrensburger Tunneltal, NSG Höltigbaum, Schloss Gottorf, Schleswig
Die Weiße Silberwurz (Dryas octopetala) fängt an zu blühen.
Die Dryas bestimmte vor etwa 12.700 -11.600 Jahren die Vegetation im Ahrensburger Tunneltal, als dort eiszeitliche Rentierjäger der „Ahrensburger Kultur“ ihr Jagdglück suchten. Damals herrschte eine Strauchtundra, wie sie heute nur in der Arktis zu finden ist, dort wo später unser Ahrensburg entstand.
Die Dryas war auch namensgebend für die damalige Klimastufe „Jüngere Dryaszeit“, die durch einen abrupten Kälteeinbruch gekennzeichnet war und in der sich die kleine Tundra-Pflanze verstärkt ausbreitete.
Im Mai 2023 durfte die IG Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal e.V. vor der Stadtbücherei einen kleinen Steinzeit-Schaugarten einrichten, in dem einige Pflanzen zu sehen sind, die während der Jüngeren Dryaszeit im Tunneltal nachweislich wuchsen. Bei der Zusammenstellung der Pflanzen wurde der Verein von Paläobotanikern beraten, die anhand von Pollenanalysen die einstige Vegetation im Tunneltal rekonstruiert haben. Bereits Alfred Rust, der Entdecker der Ahrensburger Rentierjägerkulturen, hatte in den 1930 Jahren mit Pollenanalytikern zusammengearbeitet, als das Verfahren noch in den Kinderschuhen steckte.
Aufgrund optimaler und sehr seltener Konservierungsbedingungen im Feuchtboden, wurden im Ahrensburger Tunneltal nicht nur die ältesten Holzpfeile der Menschheit (ca. 12.000 Jahre) und weitere organische Fundstücke aus der Steinzeit erhalten, sondern auch Tier- und Pflanzenreste. Das Tunneltal bietet daher als sogenanntes „Klimaarchiv“ Rückschlüsse auf die Umweltbedingungen der letzten 20.000 Jahre.
Unser Verein pflegt den kleinen Schaugarten, erneuerte einige Teile im letzten Jahr und hofft, dass sich die Pflanzen trotz der Klimaveränderung erfolgreich an die z.T. sehr heißen Sommer anpassen werden. Für Tundrapflanzen stellt die Lichtmenge kein Problem dar, aber auf die immer größer werdende Hitze sind die Pflanzen eigentlich nicht vorbereitet. Die Schwarze Krähenbeere musste bereits neu angepflanzt werden, wie auch die Preisel- und die Trunkelbeere. Auch die Pflanzerde musste erneuert werden. Nun hofft der Verein, dass die Herbstanpflanzungen so gut gewurzelt haben, dass sie den Sommer überstehen.
Jedes Jahr im März wechseln die graugrünen Moorfrösche für wenige Tage ihre Farbe und verwandeln sich in quietschblaue kleine Naturwunder. Bis heute ist nicht genau geklärt, wie die Frösche ihre Farbe so schnell wechseln können. Nur eines ist klar: es geht den kleinen Blaumännern um die Brautwerbung.
„Auch im Naturschutz- und Fauna-Flora Habitat (FFH)- Gebiet Ahrensburger Tunneltal und dem Höltigbaum ist der Moorfrosch gelistet.“ sagt Svenja Furken, Geschäftsführerin der IG Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal e.V.. Sie zeigt auf das Märzbild aus dem Ahrensburger Tunneltal Kalender 2025, das allerdings an einem kleinen Teich im NSG Höltigbaum entstanden ist.
„Viele Ahrensburger, die unseren Jahreskalender gekauft haben, sind von dem Bild mit den blauen Fröschen am meisten begeistert. Kein Wunder, denn kaum jemand hat dieses Naturspektakel jemals mit eigenen Augen gesehen. Nicht umsonst hat der NABU den Moorfrosch zum „Lurch des Jahres 2025“ gekürt und bezeichnet sie als Amphibienproblemart Nummer eins.“ so Furken weiter. Der Moorfrosch siedelt bevorzugt in Lebensräumen mit einem hohen Grundwasserstand, die periodisch im Frühjahr überschwemmt werden.
Solche Lebensräume nehmen auf Grund der Klimaveränderung, durch Baumaßnahmen und einer intensiven Grünlandbewirtschaftung mit regelmäßiger Düngung, Pestizideinsatz und häufiger Mahd immer mehr ab bzw. werden zerstört. „Wir hoffen, dass der Moorfrosch im Tunneltal überleben und eines Tages sogar wieder häufiger vorkommen wird, so dass unser Kalenderbild nicht eines Tages zu einem traurigen Archivbild ausgestorbener Tierarten wird.“
Bereits im Sommer bekam unser Verein den Hinweis auf das Vorkommen eines sehr seltenen Pilzes im Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal. Immer wieder haben wir uns danach auf die Suche gemacht, blieben aber stets erfolglos. Dies änderte sich erst, nachdem wir Anfang Dezember zufällig auf die Pilzsachverständige und Feldmykologin Carina Süß aus Hameln stießen, die ebenfalls auf der Suche nach der „Trollhand“ war. Die Freude war auf beiden Seiten groß, als gemeinsam etwa 30-40 Exemplare entdeckt wurden. Was es genauer mit der Trollhand auf sich hat, schrieb uns Carina Süß einige Tage später in einer E-Mail, die wir hier veröffentlichen dürfen:
„Liebe IG Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal e.V.,
…. Durch einen Facebookpost einer jungen Frau bin ich auf eine mykologische Besonderheit des Tunneltals aufmerksam geworden : die Trollhand – Hypocreopsis lichenoides, sie wird auch Weiden-Scheinflechtenpilz genannt. Diese Pilzart ist wirklich selten, viele Mykologen suchen seit vielen vielen Jahren vergeblich nach ihr. So kam es dann, dass ich aus Hameln anreiste, um die Art nachzusuchen. …. Am ersten Adventssonntag, der ein seit längerer Zeit mal wieder sonniger Tag war, trat ich also die Reise nach Hamburg an und konnte die Art endlich einmal selbst finden. Und noch immer freue ich mich riesig über diesen tollen Fund!
Die Trollhand ist ein wirklich seltener Pilz, was vor allem an den besonderen Habitatsansprüchen liegt, die sie hat: sie wächst bevorzugt in feuchten bis wirklich nassen Weidengebüschen und in Bruchwäldern, bevorzugt an Grauweide, Hasel oder Erle. Die richtigen Stellen erkennt man auch gut an den Begleitpilzen: meistens sind Fruchtkörper der tabakbraunen Borstenscheibe, Hymenochaete tabacina, in direkter Nähe oder gar am gleichen Ast. Der Kreiseldrüsling ist auch ein guter „Zeigerpilz“, der anzeigt, dass man in der Nähe mal die Augen offen halten sollte.
Und: die Trollhand wächst gern an genau den Stellen, an denen sich zwei Äste dauerhaft berühren und sie überzieht dann beide Äste an der Berührungsstelle.
Leider gehen diese speziellen Habitate, die die Trollhand benötigt, immer mehr verloren und somit schrumpft der Lebenraum solch extrem spezialisierter Arten, wie die Trollhand es ist, immer mehr. Diese Beeinträchtigung dieser Lebensräume muss meiner Meinung nach gestoppt werden, um solch Spezialisten nicht zu verlieren. Das Artensterben ist ein mindestens genauso schwerwiegendes Problem wie der Klimawandel und wenn solche besonderen Habitate verloren gehen, sterben auch mit den Habitaten deren besondere Bewohner. Das ist aus meiner Sicht unbedingt zu vermeiden.
Liebe IG, ich hoffe, sie haben genauso Freude an diesem besonderen Pilz, wie ich es habe!
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